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lorina interview2019Nach einjähriger Verletzungspause meldet sich die St. Gallerin Lorina Zelger zurück im Spitzensport. Im Interview für ihre neue Homepage gibt sie sich motiviert und optimistisch: «Im Januar 2020 knüpfe ich dort an, wo ich im Januar 2019 aufgehört habe.»

Mit welchen Gefühlen hast Du den Weltcupauftakt der Slalomfahrerinnen in Levi mitverfolgt?

Lorina: Natürlich wäre ich gerne dabei gewesen wie letztes Jahr bei meinem Weltcupdebut, aber ich verfolgte die Rennen mit guten Gefühlen. Ich bin überzeugt, nach meinem Schien- und Wadenbeinbruch am 24. Januar 2019 bald wieder auf höchstem Niveau fahren zu können. 

Was stimmt Dich so zuversichtlich?

Der Heilungs- und Aufbauprozess verläuft planmässig. Seit Ende Oktober trainiere ich wieder auf Schnee und profitiere in Zinal davon, dass Swiss Ski mit Aline Schmid eine Trainerin angestellt hat, die sich speziell um uns rekonvaleszente Fahrerinnen kümmert. Da dies zum Glück nicht allzu viele sind, komme ich so zu einem individuellen Spezialtraining…

Und wann wirst Du wieder Rennen bestreiten?

Lorina: Mein Ziel ist es, am 23./24. Januar 2020 bei den Europacuprennen in Melchsee-Frutt wieder dabei zu sein.

Warum gerade Melchsee-Frutt? Ist das nicht ein schlechtes Omen? Hier hast Du nach einem Unfall beim Einfahren ein ganzes Jahr verloren…

Lorina: Ich ziehe die positive, optimistische Betrachtungsweise vor. Nach einer längeren Verletzungspause kann ich in Melchsee-Frutt wieder dort anknüpfen, wo ich schon einmal gewesen bin. Ich bin bereit für den nächsten Entwicklungsschritt in meiner noch jungen Karriere.

Blicken wir kurz auf Deine Saison 2018/2019 zurück. Wie sieht Deine persönliche Bilanz aus?

Lorina:  Die Saison dauerte zwar nur zwei Monate, und doch war es meine bisher beste. Ich durfte an drei Weltcup-Rennen wertvolle Erfahrungen sammeln. Und im Europacuprennen weise ich nun bereits vier Top-Ten-Klassierungen auf. Im Slalom im norwegischen Trysil erreichte ich einen 5. Platz, und im ersten Riesenslalom in Zinal klassierte ich mich auf dem 8. Rang. Das war insofern besonders wichtig für mich, als ich merkte, dass ich auch in einer zweiten Disziplin zu Topleistungen fähig bin. 

Wie hast Du eigentlich die wettkampffreien Monate ausgefüllt?

Lorina: Nach der Sportmatura in Davos im Sommer 2018 habe ich sofort ein Fernstudium in Sportmanagement aufgenommen. Dieses Studium ist mir mit Blick auf meine Zukunft aber auch als Ausgleich zum Wettkampfsport wichtig. Ursprünglich ging ich davon aus, ich würde bis zum Abschluss vier Jahre benötigen. Nun habe ich so viel «gebüffelt», dass möglicherweise drei Jahre ausreichen. 

Und auch Militärdienst hast Du, wie man hört, geleistet…

Lorina: Ja, ich habe tatsächlich den fünfwöchigen Grundkurs der Sportler-RS besuchen dürfen. Das erachte ich als ein schönes Privileg. Magglingen ist für Sportler das reinste Paradies – auch wenn die Sportstätten am «End der Welt» liegen. Man lernt auch viele andere Sporttalente kennen, was eine Bereicherung und auch eine zusätzliche Motivation darstellt. Neben drei Skifahrern war übrigens auch Stephanie Jenal mit dabei.

Konntest Du mit Deinen Verletzungen überhaupt mitmachen?

Lorina: Die ersten Wochen bestanden vor allem aus Theorie und Samariterübungen. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich bereits wieder gehen. Aber ich musste natürlich, um meine Verletzung nicht zu verschlimmern, bei gewissen Übungen sehr vorsichtig sein. Die Trainingsmöglichkeiten konnte ich für meine Rehabilitation nutzen – aber so richtig profitieren werde ich erst 2020, wenn ich den zweiten, längeren Teil der Sportler-RS absolviere. Weil dies eine grosse Chance für mich ist, freue ich mich richtiggehend darauf.

Und als Studentin hast Du im Militär sogar einen Zustupf erhalten, den Du sicher gebrauchen konntest. Die Sponsoren werden wohl noch nicht Schlange stehen…

Lorina: Für Nachwuchssportler, auch im Schneesport, ist es nicht einfach, Sponsoren zu finden – und wenn man verletzt ist und keine Rennen fährt, sowieso. Aber auch wenn ich noch keinen Helmsponsor habe, will ich mich nicht beklagen. Ich erhalte von Swiss Ski, Nebensponsoren und der Sporthilfe grosszügige Unterstützung, für die ich sehr dankbar bin.

Im Herbst hast Du eine neue Art der Finanzierung gestartet…

Lorina: Ich habe mit Crowdfunding auf der Raiffeisen-Plattform Lokalhelden.ch die Kosten für mein Physio- und Mentaltraining finanzieren können. Meine Erwartungen wurden dabei sogar übertroffen. Zusätzlich zum finanziellen Zustupf habe ich mich über die damit verbundene Sympathiekundgebung und moralische Unterstützung – auch von Personen aus meinem Heimatdorf Gams – gefreut. 

Kommen wir zum Schluss nochmals auf den Skisport zurück. Welche Ziele setztest Du Dir für die zweite Saisonhälfte 2019/2020?

Lorina: Ich fühle mich fit und motiviert, allerdings dürfte die fehlende Wettkampfpraxis in den ersten Rennen ein Nachteil sein. Trotzdem möchte ich die Europacuprennen nicht einfach als wettkampfmässiges Training absolvieren, sondern mit guten Leistungen auf mich aufmerksam machen. Mein Ziel ist es, die Resultate der letzten Saison zu bestätigen, das heisst regelmässig in die Top-15 und mindestens einmal in die Top 5 zu fahren. Und natürlich träume ich davon, dass ich mich irre und es noch besser läuft. Wenn alle Besucher meiner Webseite mir die Daumen drücken, sollte es schon klappen… 

Interview mit Andreas Schiendorfer

 

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